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Town-Hall-Meeting in Straßburg

Rede von US-Präsident Barack Obama

Rhenus-Sporthalle
Straßburg, Frankreich
3. April 2009


STRASSBURG - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Präsident Barack Obama auf dem Town-Hall-Meeting in der Rhenus-Sporthalle in Straßburg vom 3. April 2009.

Vielen herzlichen Dank. Good afternoon. Bon après-midi. Und guten Tag. Es ist mir eine große Ehre, hier in Europa, hier in Straßburg zu sein. Ich möchte kurz einigen Personen danken. Ich danke dem französischen Präsidenten, Nicolas Sarkozy, dafür, dass er so ein wunderbarer Freund ist. Ich danke seiner Frau, Madame Sarkozy. Sie empfingen uns gerade im Palast und hätten nicht freundlicher sein können.

Ich möchte dem Geschäftsträger der US-Botschaft, Mark Pekala, und seiner Frau Maria danken, die geholfen haben, unseren Besuch zu organisieren, und Vincent Carver, dem US-Generalkonsul in Straßburg. Ich möchte auch dem Bürgermeister von Straßburg, Roland Ries, für seine Gastfreundschaft danken.

Es ist wunderbar, heute bei Ihnen zu sein und die Möglichkeit zu haben, nicht nur mit Ihnen zu sprechen, sondern auch Ihre Fragen zu beantworten. Wissen Sie, häufig sieht man auf diesen Auslandsreisen alles nur durch ein Fenster, und deshalb dachten wir, es wäre wichtig, dass ich nicht nur die Möglichkeit habe, vor Ihnen zu sprechen, sondern auch Ihre Meinung zu hören, weil wir nur so letztendlich voneinander lernen können. Bevor ich einige Fragen beantworte, hoffe ich, dass Sie mir einige Bemerkungen über mein Land und das Ihre, über die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa, erlauben.

Straßburg ist in der Geschichte seit jeher als Stadt bekannt, die vielen Einflüssen ausgesetzt war. Tausende von Jahren erstreckte sich Ihre Stadt zwischen vielen Königreichen und Kulturen. Zwei Flüsse fließen durch Ihre Stadt. Zwei Religionen sind in Ihren Kirchen erblüht. Drei Sprachen setzen sich zu einem alten Eid zusammen, der den Namen der Stadt trägt. Sie waren im Laufe der Geschichte ein Industrie- und Handelszentrum, ein Regierungssitz und eine Universitätsstadt, in der Goethe studierte, Pasteur unterrichtete und Gutenberg seine Druckpresse erfand.

Es ist also passend, dass wir uns auch an einem Scheideweg befinden - wir alle - weil wir an einem Punkt angekommen sind, an dem jede Nation und jeder Bürger sich schließlich entscheiden muss, wie sie auf eine Welt reagieren, die kleiner geworden und stärker vernetzt ist als zu jeder anderen Zeit ihres Bestehens.

Wir wissen seit langem, dass die Revolutionen in Kommunikation und Technologie, die im 20. Jahrhundert stattfanden, enorme Versprechungen für das 21. Jahrhundert bergen würden - das Versprechen von mehr Wohlstand und Mobilität, neuer Entwicklungen und Entdeckungen, die uns helfen könnten, ein reicheres und erfüllteres Leben zu führen. Aber dieselben Kräfte, die uns näher zusammengebracht haben, trugen auch zur Entstehung neuer Gefahren bei, die drohen, unsere Welt zu zerreißen - Gefahren, denen die nächste Grenze oder der größte Ozean nicht Einhalt gebieten können.

Auch wenn der Kalte Krieg heute vorbei ist, könnte die Verbreitung von Atomwaffen oder gestohlenes nukleares Material zur Auslöschung jeder Stadt auf dem Planeten führen. Dieses Wochenende werde ich in Prag eine Agenda vorstellen, die eine Welt ohne Atomwaffen zum Ziel hat.

Wir wissen auch, dass die Luftverschmutzung durch Autos in Boston und Fabriken in Peking die Eiskappen in der Arktis schmelzen lassen, und dass dies überall auf der Welt die Wettermuster stören wird. Die Terroristen, die in London und New York zuschlugen, planten ihre Anschläge in abgelegenen Höhlen und einfachen Wohnungen, die viel näher an Ihrer Heimat liegen. Und der durch das rücksichtslose Spekulieren von Bankern ausgelöste globale Abschwung, der Arbeitnehmern und Familien Schmerzen verursacht, vollzieht sich überall auf der Welt.

Die Wirtschaftskrise hat unsere wechselseitige Abhängigkeit auf die bisher sichtbarste Weise belegt. Vor nur einer Generation hätte man es sich schwer vorstellen können, dass eine Person, die in Florida ihr Haus nicht abzahlen kann, zum Versagen des Bankensystems in Island beitragen könnte. Heute können wir uns nur schwer vorstellen, dass wir nicht früher gehandelt haben, um unsere Zukunft zu gestalten.

Jetzt gibt es viele Schuldzuweisungen für das, was passiert ist, und die Vereinigten Staaten tragen auch Schuld für die Ereignisse. Aber jede Nation trägt Verantwortung für die Zukunft, insbesondere heute, denn unabhängig davon, ob es um die Rezession oder um Klimawandel, Terrorismus, Drogenhandel, Armut oder die Verbreitung von Atomwaffen geht, haben wir gelernt, dass es zweifelsohne keinen Teil der Welt gibt, der sich von den Bedrohungen des 21. Jahrhunderts abschotten kann.

Der eine Kurs in die Zukunft - der einzige Kurs in die Zukunft - sind gemeinsame und nachdrückliche Bestrebungen gegen Angst und Not, wo sie auch auftreten mögen. Das ist die Herausforderung unserer Zeit - und wir dürfen nicht dabei versagen, sie gemeinsam zu bewältigen.

Wir betrachten den Frieden eines geeinten Europas heute als selbstverständlich, aber jahrhundertelang wurde Straßburg von den sich bekriegenden Nationen dieses Kontinents angegriffen, besetzt und beansprucht. Heute ist der Sitz des Europäischen Parlaments und des Europarats in dieser Stadt Symbol für ein geeintes, friedliches und freies Europa.

Wir betrachten diesen Frieden und Wohlstand als etwas Selbstverständliches, aber das Ziel wurde nicht einfach erreicht, und es war auch nicht vorherbestimmt. Die Gebäude, die heute lebendige Erinnerungen an die europäische Einheit sind, entstanden nicht aus einfachen Entwürfen. Sie entstanden aus dem Blut der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Entschlossenheit der zweiten. Männer und Frauen mussten die Fantasie besitzen, sich eine bessere Zukunft vorzustellen, sowie den Mut, sie zu ergreifen. Europäer und Amerikaner benötigten gemeinsame Zielsetzungen, um zueinander zu finden, sowie Geduld und Ausdauer, um einen langen dunklen Kampf durchzustehen. In diesem April ist es 61 Jahre her, dass ein Marshallplan zum Wiederaufbau Europas beitrug, einem vom Krieg geschwächten Kontinent Hoffnung zu geben. Inmitten der Asche und dem Schutt, der so viele Städte wie diese umgab, stellten sich die Vereinigten Staaten Ihnen mit beispiellosen Maßnahmen zur Seite, die nicht nur in Europa einen dauerhaften Wohlstand sicherten, sondern überall auf der Welt - auf beiden Seiten des Atlantiks.

Ein Jahr später, morgen sind es genau 60 Jahre, gewährleisteten wir unsere gemeinsame Sicherheit, als zwölf unserer Länder in Washington einen Vertrag unterzeichneten, der eine einfache Vereinbarung enthielt: Ein Angriff auf einen würde als Angriff auf alle betrachtet. Ohne einen einzigen Schuss abzugeben würde dieses Bündnis verhindern, dass der Eiserne Vorhang sich auf die freien Nationen Westeuropas herabsenkte. Es würde schließlich den Fall einer Mauer in Berlin und das Ende der kommunistischen Bedrohung bewirken. Zwanzig Jahre später ist die NATO mit 28 Mitgliedern vom Baltikum bis an das Mittelmeer das stärkste Bündnis, das die Welt jemals gekannt hat.

Am Scheideweg, an dem wir heute stehen, gibt uns diese gemeinsame Geschichte Hoffnung - aber sie darf uns nicht zu Untätigkeit verleiten. Diese Generation darf nicht innehalten. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, nur die Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zu feiern oder die Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts zu genießen; wir müssen aus der Vergangenheit lernen, um auf ihren Erfolgen aufbauen zu können. Wir müssen unsere Institutionen und Bündnisse erneuern. Wir müssen die Lösungen für die Herausforderungen dieses jungen Jahrhunderts finden.

Das ist das, was unsere Generation ausmacht. Dies ist unsere Zeit. Und ich bin zuversichtlich, dass wir jede Herausforderung bewältigen können, solange wir zusammen sind.

Diese Arbeit ist nie einfach. Es ist immer schwieriger, wahre Partnerschaften und robuste Bündnisse zu schmieden als allein zu handeln oder darauf zu warten, dass jemand anderes Maßnahmen ergreift. Es ist schwieriger, die Mauern der Trennung einzureißen, als einfach zuzulassen, dass unsere Differenzen und unsere Ressentiments wachsen. Wir müssen also ehrlich mit uns selbst sein. In den vergangenen Jahren haben wir es zugelassen, dass unser Bündnis sich hat treiben lassen. Ich weiß, es gab ehrliche Meinungsunterschiede über die politische Strategie, aber wir wissen, dass sich noch etwas anderes in unsere Beziehungen eingeschlichen hat. In den Vereinigten Staaten wird die führende Rolle Europas auf der Welt nicht anerkannt. Anstatt Ihre dynamische Union zu feiern und bei gemeinsamen Herausforderungen mit Ihnen zusammenzuarbeiten, gab es Zeiten, in denen die Vereinigten Staaten arrogant und abweisend waren, ja sogar höhnisch.

Aber in Europa gibt es einen Anti-Amerikanismus, der beiläufig ist, der aber auch hinterhältig sein kann. Statt das Gute anzuerkennen, das die Vereinigten Staaten so oft auf der Welt bewirken, gab es Zeiten, in denen die Europäer den Amerikanern die Schuld für viel von dem gaben, was schlecht war.

Auf beiden Seiten des Atlantiks sind diese Geisteshaltungen viel zu alltäglich geworden. Sie sind nicht klug. Sie entsprechen nicht der Wahrheit. Sie drohen, den Graben zwischen beiden Seiten des Atlantiks zu vertiefen und beide Seiten zu isolieren. Sie erkennen nicht die grundlegende Wahrheit an, dass sich die Vereinigten Staaten den Herausforderungen dieses Jahrhunderts nicht allein stellen können, und dass Europa sich ihnen nicht ohne die Vereinigten Staaten stellen kann.

Ich bin daher diese Woche nach Europa gekommen, um unsere Partnerschaft zu erneuern, eine Partnerschaft, in der die Vereinigten Staaten unseren Freunden und Verbündeten zuhören und von ihnen lernen, aber in der unsere Freunde und Verbündeten ihren Teil der Last tragen. Gemeinsam müssen wir gemeinsame Lösungen für unsere gemeinsamen Probleme finden.

Ich möchte es so klar wie möglich sagen: Die Vereinigten Staaten verändern sich. Aber es kann nicht sein, dass sich nur die Vereinigten Staaten verändern. Wir befinden uns in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die einzige Möglichkeit, dieser beispiellosen Krise zu begegnen, ist beispiellose Zusammenarbeit.

Ich glaube, dass wir in den vergangenen Tagen diese Arbeit begonnen haben. Der G20-Gipfel in London war ein Erfolg; er hat Nationen zusammengebracht, sie haben ihre Differenzen überwunden und sind mutig vorangeschritten. Wir alle handeln offensiv, um das Wachstum und die Vergabe von Krediten wiederherzustellen. Wir alle haben uns auf die grundlegendste Überholung unseres internationalen Finanzsystems seit einer Generation verständigt. Keiner ist ausgenommen. Die Finanzakteure der Welt werden keine riskanten Wetten mehr auf Kosten der Durchschnittsbürger eingehen können. Diese Tage sind gezählt. Wir läuten eine neue Ära des Verantwortungsbewusstseins ein, und darauf sollten wir alle stolz sein.

Während wir diese Schritte unternehmen, wissen wir auch, dass wir keine neuen Barrieren für den Handel errichten dürfen, und dass es in Handelskriegen keine Sieger gibt. Wir können die offenen Märkte nicht aufgeben, auch wenn wir daran arbeiten, dass der Handel sowohl frei als auch gerecht ist. Wir dürfen nicht vergessen, wie viele Millionen Menschen dieser Handel aus der Armut befreit und in die Mittelschicht geführt hat. Wir können nicht vergessen, dass ein Teil der Freiheit, für die sich unsere Nationen während des Kalten Krieges einsetzten, die Chancen waren, die aus freiem Unternehmertum und den persönlichen Freiheiten entsteht.

Ich weiß, dass es verlockend sein kann, sich von der Welt abzuwenden, und ich weiß, wie viele Menschen und Nationen von der Weltwirtschaft abgehängt wurden. Das ist der Grund, warum die Vereinigten Staaten die Bemühungen anführen, den leidenden Menschen auf der Welt zu helfen, um sie unmittelbar zu unterstützen und die Lebensmittelsicherheit auszudehnen, die es ihnen ermöglichen wird, sich selbst aus der Armut zu befreien.

Wir alle müssen heute gemeinsam diese Bemühungen unterstützen, und zwar nicht nur, weil es richtig ist, sondern auch weil wir durch die Hilfe für die Länder, die diese am dringendsten benötigen, neue Märkte schaffen werden; wir werden das zukünftige Wachstum fördern, das uns alle voranbringen wird. Es geht also nicht nur um Wohltätigkeit, es geht darum zu verstehen, dass unser Schicksal miteinander verbunden ist - nicht nur das Schicksal Europas und der Vereinigten Staaten, sondern das Schicksal der ganzen Welt.

Wenn wir nun unseren gemeinsamen Wohlstand wiederherstellen, müssen wir auch für unsere gemeinsame Sicherheit eintreten. Während wir uns heute hier treffen, ist die NATO noch immer in ihrem ersten Einsatz in Afghanistan, und meine Regierung hat gerade erst ihre Überprüfung unserer Politik in der Region abgeschlossen.

Ich weiß, dass dieser Krieg schon sehr lange dauert. Unsere Verbündeten haben bereits viel zu diesem Einsatz beigetragen. Sie haben Ihre Söhne und Töchter entsandt, um Seite an Seite mit den unsrigen zu kämpfen, und wir würdigen und achten ihren Dienst und ihre Opfer.

Ich weiß auch, dass es einige Stimmen gibt, die gefragt haben, warum wir noch immer in Afghanistan sind. Was bedeutet das? Was ist der Grund dafür? Man muss verstehen, dass wir unsere eigenen Soldaten nicht entsenden würden, wenn dieser Einsatz nicht unerlässlich für unsere gemeinsame Sicherheit wäre. Als Präsident kann ich Ihnen sagen, dass es keine schwierigere Entscheidung, keine schmerzhaftere Pflicht gibt als die, einen Brief an die Familie eines gerade im Krieg Gefallenen zu unterzeichnen.

Ich kann also verstehen, dass es in Europa Zweifel an diesem Krieg gibt. Manchmal gibt es selbst in den Vereinigten Staaten Zweifel. Aber seien Sie versichert: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich diesen Krieg in Afghanistan nicht ausgesucht. Wir wurden von einem Al-Kaida-Netzwerk angegriffen, das Tausende Menschen auf amerikanischem Boden tötete, darunter auch Franzosen und Deutsche. Entlang der afghanischen und pakistanischen Grenze schmieden diese Terroristen noch heute Pläne. Wenn es einen erneuten Anschlag der Al Kaida gibt, ist die Wahrscheinlichkeit genauso groß, wenn nicht sogar größer, dass er hier in Europa, in einer europäischen Stadt, stattfinden wird.

Daher fühle ich mich Afghanistan verpflichtet und habe unsere NATO-Partner gebeten, mehr zivile und militärische Unterstützung und Hilfe zu leisten. Wir haben dabei ein ganz klares Ziel: Die Bekämpfung der Terroristen, die uns alle bedrohen und die Ausbildung der afghanischen Bevölkerung, damit sie ihre eigene Sicherheit gewährleisten und die eigenen Chancen verbessern kann, so dass der Tag näher rückt, an dem unsere Soldaten heimkehren können.

Wir haben kein Interesse daran, Afghanistan zu besetzen. Wir haben mehr als genug damit zu tun, die Vereinigten Staaten wieder aufzubauen. Es ist aber ein Einsatz, der auf die Probe stellt, ob Nationen aufgrund einer gemeinsamen Zielsetzung zum Wohle der gemeinsamen Sicherheit zusammenarbeiten können. Das haben wir gemeinsam im 20. Jahrhundert getan. Jetzt benötigen wir ein Bündnis, das noch stärker ist als damals, als es in Berlin eine mächtige Mauer zum Einsturz brachte.

Daher begrüßen wir die Entscheidung Frankreichs, seine Beteiligung an der NATO auszuweiten und zu vertiefen, genauso wie wir eine starke europäische Verteidigung unterstützen. Deshalb begrüßen wir Kroatien und Albanien in unserer Mitte. Und das ist auch der Grund, warum wir sicherstellen müssen, dass die NATO für die Bedrohungen und Herausforderungen einer neuen Zeit ausgerüstet und in der Lage ist, diese zu meistern. Das ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Wir wissen auch, dass Sicherheit im 21. Jahrhundert komplexer ist als militärische Macht. Dies ist die Generation, die auch die Ausbreitung der Umweltverschmutzung stoppen muss, die unseren Planeten langsam umbringt, von verschwindenden Küsten und verheerenden Stürmen bis zu weit verbreitetem Elend, Hungersnöten und Dürren. Die Auswirkungen des Klimawandels sind jetzt deutlich sichtbar.

Europa hat mit einer Ernsthaftigkeit gehandelt, die diese Herausforderung verlangt. Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass die Vereinigten Staaten in den vergangenen Monaten damit begonnen haben, beispiellose Schritte zu unternehmen, um die Art und Weise unseres Energiekonsums zu reformieren. Wir haben einen Sondergesandten ernannt, der uns helfen wird, die weltweiten Bestrebungen bei der Verringerung des Kohlenstoffausstoßes in die Atmosphäre anzuführen.

Wir wissen aber alle, dass die Zeit abläuft. Das bedeutet, dass die Vereinigten Staaten mehr tun müssen. Europa muss mehr tun. China und Indien müssen mehr tun. Die Umkehrung der Erwärmung unseres Planeten ist eine Verantwortung, die wir uns selbst und unseren Kindern gegenüber haben, sowie all jenen, die Gottes Schöpfung erben werden, lange nachdem wir nicht mehr leben. Lassen Sie uns diese Verantwortung gemeinsam übernehmen. Ich bin zuversichtlich, dass wir sie bewältigen können. Wir müssen aber heute anfangen.

Lassen Sie uns das beschließen, so dass zukünftige Generationen, die auf uns zurückblicken, sagen können, dass wir unseren Teil dazu beigetragen haben, diese Welt friedlicher zu machen.

Es gehört vielleicht zu den schwierigsten Aufgaben, uralte Konflikte zu lösen, alten Hass zu überwinden, die Trennlinien des Argwohns zwischen Religionen, Kulturen und Menschen aufzulösen, die womöglich nicht wie wir aussehen oder nicht den gleichen Glauben haben wie wir oder nicht da herkommen, wo wir herkommen. Aber nur weil das schwierig ist, ist diese Aufgabe nicht weniger wichtig. Es befreit uns nicht von der Notwendigkeit, es zu versuchen.

Aus diesem Grund werden die Vereinigten Staaten ihre Bemühungen zum Aufbau eines sicheren und dauerhaften Friedens zwischen Israelis und Palästinensern fortsetzen. Ich habe eine klare Botschaft an die führenden Politiker und die Bevölkerung Irans ausgesandt, dass wir, trotz unserer bestehenden Meinungsverschiedenheiten, auch gemeinsame Interessen haben, und dass wir neue Beziehungen basierend auf gegenseitiger Achtung wollen. In diesem Geiste müssen die Vereinigten Staaten und Europa der großen Mehrheit der Muslime in ihren Ländern und auch in allen anderen Ländern die Hand reichen. Wir wollen nur Hoffnung auf Frieden und Partnerschaft und die Chance auf ein besseres Leben.

Wir können diese Konflikte nicht einfach militärisch lösen. Wir müssen unseren Geist und unsere Herzen für die Unterschiede zwischen uns und unsere Gemeinsamkeiten öffnen. Mit jeder Bedrohung, die wir bewältigen, wird ein neuer Tag möglich. Wir können es nicht allein schaffen. Wie in den dunkelsten Tagen nach dem Zweiten Weltkrieg, als ein Kontinent in Trümmern lag und sich eine atomare Wolke über der Welt ausgebreitet hatte, müssen wir uns gemeinsam auf diesen Weg machen.

Wir wissen, dass grundlegender Wandel möglich ist. Wir wissen das aus drei Gründen: Erstens, weil es trotz all unserer Unterschiede bestimmte Werte gibt, die uns alle einen und unsere gemeinsame Menschlichkeit zeigen: Das universelle Streben danach, ein Leben ohne Angst und ohne Not führen zu können, das durch Würde und Achtung und einfach Gerechtigkeit gekennzeichnet ist.

Unsere beiden Republiken wurden zur Förderung dieser Ideale gegründet. In den Vereinigten Staaten wird das in unseren Gründungsdokumenten mit den Worten "Leben, Freiheit und das Streben nach Glück" beschrieben. In Frankreich: "Liberté" - ganz genau - "Egalité, Fraternité". Unsere moralische Autorität leitet sich aus der Tatsache ab, dass Generationen unserer Bürger dafür gekämpft und geblutet haben, diese Werte in unseren und in anderen Ländern aufrechtzuerhalten.

Deshalb können wir sie niemals opfern, nur weil es zweckdienlich ist. Das ist der Grund, warum ich die Schließung des Gefangenenlagers in Guantánamo Bay angeordnet habe. Aus diesem Grund kann ich heute hier stehen und ohne Ausnahme oder Zweideutigkeit sagen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nicht foltern oder foltern werden.

Der zweite Weg, wie wir Herausforderungen in Chancen verwandeln können, ist durch unsere Hartnäckigkeit angesichts von Schwierigkeiten. In einer Zeit der unmittelbaren Belohnungen ist es verlockend zu glauben, dass jedes Problem innerhalb einer Woche gelöst werden kann und sollte. Wenn diese Probleme nicht gelöst werden, schließen wir daraus, dass unsere Bemühungen zur Lösung umsonst gewesen sein müssen. So wird aber kein Fortschritt gemacht. Fortschritt ist langsam. Er kommt stoß- und ruckweise, weil wir etwas versuchen und es fehlschlägt, und dann versuchen wir etwas anderes. Und wenn es Rückschläge und Enttäuschungen gibt, machen wir weiter. Wir halten an unseren grundlegendsten Werten fest, und wir halten auch an unserem Vertrauen ineinander fest.

Der dritte Grund, warum wir wissen, dass wir diese Welt verändern können, sind die Frauen und Männer, die jungen Menschen, die heute hier sind. Jedes Mal, wenn wir uns an einem Scheideweg befinden, gelähmt durch alte Debatten und altes Denken, die alte Art und Weise, die Dinge zu tun, kommt eine neue Generation und zeigt uns den Weg nach vorne. Robert Kennedy sagte einmal einer Gruppe Studenten in Südafrika: "Es ist eine revolutionäre Welt, in der wir leben, und es sind daher die jungen Menschen, die die Führung übernehmen müssen." Denn junge Menschen sind von der Befangenheit und den Vorurteilen der Vergangenheit unbelastet. Das ist das Privileg der Jugend. Es ist aber auch eine erhebliche Verantwortung, weil Sie es sind, die unmittelbar entscheiden müssen, was wir mit diesem unglaublichen Moment in der Geschichte machen.

Wir haben gerade eine Ära der Verantwortungslosigkeit erlebt, und es wäre einfach, den Weg des Egoismus oder der Apathie, der Schuldzuweisung oder Spaltung zu wählen. Das ist aber eine Gefahr, die wir uns nicht leisten können. Die Herausforderungen sind zu groß. Es ist eine revolutionäre Welt, in der wir leben, und die Geschichte zeigt uns, dass wir unwahrscheinliche, ja manchmal sogar unmögliche Dinge erreichen können. Wir befinden uns hier in einer Stadt, die sich im Zentrum des europäischen Konfliktes befand, jetzt liegt sie aber im Herzen der Europäischen Union. Wir haben das gemeinsam erreicht. Jetzt dürfen wir nicht den Glauben an den anderen verlieren. Wir müssen diese Beziehungen für eine neue Generation in einem neuen Jahrhundert erneuern. Wir müssen an unseren gemeinsamen Werten und an unserem Vertrauen ineinander festhalten. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam die Hoffnung auf einen neuen Tag erreichen können.

Vielen herzlichen Dank. Vielen Dank. Vielen herzlichen Dank. Nehmen Sie bitte Platz. Jetzt funktioniert das folgendermaßen - haben wir Saalmikrofone? Ja? Also heben Sie nur Ihre Hand, wenn Sie eine Frage stellen wollen, und ich werde Sie aufrufen. Ich glaube, wir haben auch Dolmetscher hier. Wenn Sie also Französisch und Deutsch sprechen wollen, mein Französisch und mein Deutsch sind schrecklich. Wir haben hier aber Personen, die sehr gut Französisch und sehr gut Deutsch sprechen, die dann Ihre Frage und meine Antwort dolmetschen werden. Und ich werde versuchen, in den uns ungefähr verbleibenden 20 Minuten so viele Fragen wie möglich zu beantworten.


Übersetzung: Amerikadienst/U.S. Embassy Berlin


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