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Irak


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HUNDERT TAGE IM NEUEN IRAK

Op-ed

8. August 2003

Heute, am 8. August, sind es genau hundert Tage seit dem Ende der Kampfhandlungen im Irak. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um die wahre Bedeutung der Tatsache zu erkennen, dass 24 Millionen Iraker zum ersten Mal seit Jahrzehnten frei von Unterdrückung sind.

Die internationale "Coalition Provisional Authority" arbeitet eng mit Irakern zusammen. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Sicherheit, wirtschaftliche Neuentwicklung, die Verbesserung grundlegender Dienstleistungen, und die Schaffung einer unabhängigen, demokratischen Regierung.

Stabilitätsfördernd wirkt auch die Tatsache, dass an fast zweihunderttausend ehemalige irakische Soldaten und Offiziere ihr monatliches Gehalt ausbezahlt wurde. Die Wirtschaft wird dadurch gestärkt, dass im ganzen Land Banken eröffnet werden und man bereits an einer neuen Währung arbeitet.

Das Leben der irakischen Bevölkerung bessert sich Schritt für Schritt: Der öffentliche Verkehr steht nicht länger still, die Universitätsstudenten legen ihre jährlichen Prüfungen ab, die Lebensmittelverteilungsprogramme laufen weiter, und mehr als 150 Zeitungen konkurrieren auf diesem neuen Markt der Ideen miteinander.

Auch das kulturelle Leben kommt wieder in Schwung. Irakische Sportler, unter ihnen die berühmten Fussballer des Landes, haben wieder Freude an ihrem Spiel, ohne Angst vor Folterungen. Das olympische Komittee des Iraks, unter Uday Hussein eine Bastion der Brutalität, ist nun mit freien Irakern neu besetzt worden.

Das Symphonieorchester von Baghdad sowie die Theater der Stadt wurden wieder eröffnet. Die internationale Gemeinschaft ist auch dabei, die Marschen im Südirak wieder einzugliedern, wo die uralte Zivilisation der Marscharaber von Saddam nahezu völlig zerstört wurde. Weiters wurden Tausende von Schätzen aus dem irakischen Nationalmuseum wieder geborgen.

All das und noch viel mehr wurde in 100 Tagen erreicht.

Im letzten Monat wurde der irakische "Regierungsrat" gegründet. Dieser Rat besteht aus 25 Mitgliedern, darunter drei Frauen, kurdische, sunnitische, christliche und turkmenische Vertreter, sowie Schiiten, und stellt einen ersten und wichtigen Schritt in Richtung einer eigenständigen irakischen Regierung dar.

Im Juli hat sich UNO-Generalsekretär Kofi Annan in einem Bericht an den UNO-Sicherheitsrat positiv zu diesem Regierungsrat geäussert. Dies sollten vor allem die Kritiker zur Kenntnis nehmen, die sich auf die Schwierigkeiten in der Neuentwicklung des Irak konzentrieren, anstatt auf erreichte Erfolge.

"Die Gründung [des Rates] ist ein wichtiger erster Schritt zur Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit des Irak," so Generalsekretär Annan.

Der Sondergesandte der UNO im Irak, Sergio Vieira de Mello, arbeitet mit der Koalition in Baghdad, um den Rat zu unterstützen. Er bezeichnete den Regierungsrat als breite Repräsentationsbasis der irakischen Wahlkreise, und als wichtigen Schritt für die Ära nach der Herrschaft Saddam Husseins. "Mit der Schaffung des Regierungsrates befinden wir uns nun in einer neuen Phase, die dem Machtvakuum folgt, welches durch den Fall des ehemaligen Regimes entstanden war", so de Mello. Die UNO Resolution 1483 betont unter anderem das Recht des Irak, seine politische Zukunft selbst zu bestimmen, und spricht sich für all jene aus, die an der Schaffung eines Umfeldes im Land arbeiten, in dem den Irakern eine solche Entscheidung möglich ist.

Präsident Bush hat die Nationen der Welt dazu gedrängt, den Fortschritt im Irak nach der Schaffung des Regierungsrates zu unterstützen. "Ich rufe die Nationen der Welt auf, einen Beitrag zu leisten - sowohl auf militärischer als auch auf finanzieller Ebene - um die in der Resolution 1483 des UNO Sicherheitsrates enthaltene Vision eines freien, sicheren Iraks Realität werden zu lassen", sagte Bush.

UNO Generalsekretär Kofi Annan hat sich diesem Aufruf angeschlossen. "Die Menschen im Irak wünschen sich, dass ihr Land ein stabiler, demokratischer, und blühender Staat wird. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen sie die Unterstützung ihrer Nachbarn und der gesamten Region. Ein stabiler Irak, der in Frieden mit sich selbst und seinen Nachbarn lebt, ist in unserem kollektiven Interesse, vor allem aber im Interesse der Region selbst."

Präsident Bush hat die Bestrebungen der freiheitsliebenden Iraker wiederholt hervorgehoben, sowie auch den Plan, mit Hilfe dessen ihre Hoffnungen erfüllt werden sollen. Am 30. Juli sagte Bush, dass "Volksvertreter bald mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung beginnen werden. Freie Wahlen sind der nächste Schritt. Nach jahrzehntelanger Unterdrückung wollen die Iraker ihr Land und ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen."

Nicht nur führende Politiker und Botschafter bestätigen diese Erfolge - die deutlichste und wichtigste Stimme ist die der irakischen Bevölkerung selbst.

"Die Spannungen werden täglich weniger. Wir sehen, dass sich die Dinge verändern. Die Menschen beginnen zu erkennen, dass die Soldaten nicht hier sind, um Fallujah für immer zu besetzen - sie sind hier, um uns beim Wiederaufbau zu helfen."
Taha Bedawi, Bürgermeister von Fallujah, The Washington Post, 29.7. 2003




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