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![]() DIE KILLERARGUMENTE DER ANTI-GEN-POPULISTENGastkommentar, "Der Standard"Robert C. Curtis16. Juli 2003Als Ulli Sima vor einem Jahr von einer USA Reise zurückkehrte, die von der US Regierung gesponsert wurde, war ihre Haltung zur Biotechnologie nicht annähernd so kritisch wie in dem Artikel, in dem sie die Position von Botschafter Brown und Präsident Bush bezüglich gentechnisch veränderten Organismen angreift. In ihrem Artikel vom 9. Juli im "Standard" vertritt sie das populistische Argument, dass die grüne Biotechnologie von vornherein abzulehnen ist. Sie argumentiert sogar damit, dass es eigentlich gar keine Lebensmittelknappheit auf der Welt gibt, und das vermutlich auch in Zukunft so bleiben wird. Es ist schlicht unverantwortlich, derartigen Unsinn zu verbreiten. Ulli Simas Standpunkt ist im wesentlichen politisch, und spiegelt ihr Bemühen wider, dieses ernst zu nehmende globale Thema in einen Disput zwischen den USA und der EU umzuwandeln. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis gegen genetisch veränderte Nahrungsmittel - und das ist auch der Grund, warum Frau Sima keinen solchen Beweis anführen kann. In den fast 10 Jahren, in denen genetisch veränderte Lebensmittel in den USA auf dem Markt erhältlich sind, gab es keine einzige allergische Reaktion, Krankheit, oder andere gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit dieser neuen Technologie, deren Produkte von 280 Millionen amerikanischen Konsumenten in Anspruch genommen werden. Wenn irgendwelche Zweifel über mögliche Probleme bestünden, würden die amerikanischen Behörden, die schon seit dem 19. Jahrhundert eine Vorbildrolle innehaben, das Produkt sofort vom Markt nehmen. Fortschritte in der Agrarwissenschaft haben höhere Ernteerträge bei geringerer Umweltschädigung Wirklichkeit werden lassen. Genetisch verändertes Saatgut benötigt weniger Chemikalien und Pestizide, wodurch die Wasserversorgung der Welt nicht durch landwirtschaftlichen Abfluss verunreinigt wird. Überdies wird durch den Anstieg der Weltbevölkerung mit Sicherheit eine größere Menge an Nahrungsmitteln benötigt werden, als uns derzeit zur Verfügung steht. George Bush hat genetisch veränderte Nahrungsmittel nicht erfunden. Er ist nicht der erste amerikanische Präsident, der die Biotechnologie fördert, und wird mit Sicherheit nicht der letzte sein. Natürlich sind die Amerikaner dagegen, dass ihren Lebensmitteln der europäische Markt durch hysterische Kennzeichnungsregelungen und politische Kampagnen verschlossen bleibt. Wir Amerikaner haben ein Recht darauf, unsere Interessen gegen unbegründete Vorwürfe zu verteidigen. Die Europäer haben den Luxus, entscheiden zu können, ob sie teurere biologische Produkte oder herkömmliche bzw. genetisch veränderte Nahrungsmittel kaufen wollen. Man sollte jedoch seine Behauptungen auf wissenschaftliche Beweise gründen. Bis jetzt haben wir nur unbegründete Attacken auf genetisch veränderte Produkte gehört. Es ist tatsächlich so, dass uns die Situation in den Entwicklungsländern am Herzen liegt. Das ist der Grund, warum Präsident Bush gerade Afrika besucht, und Hilfe in Milliardenhöhe für den Kampf gegen HIV/AIDS anbietet. Die EU sollte sich diesem Hilfsprogramm anschließen, anstelle die Politik der USA verdreht darzustellen. Entgegen Ulli Simas Argumenten leidet Afrika sehr wohl unter Nahrungsmittelknappheit, und würde vom Einsatz genetisch veränderter Organismen profitieren. Der OECD Bericht von 2002 stellt fest, dass, mengenmäßig gesehen, die USA weltweit die meiste Entwicklungshilfe leistet. Im Vergleich mit den 29 Milliarden der EU belief sich die "offizielle" Hilfeleistung der USA auf 13 Milliarden Dollar - wohl kaum ein siebenfacher Unterschied, wie von Frau Sima behauptet. Auch ist es sachlich nicht korrekt, die USA mit der gesamten EU zu vergleichen. Die von den USA geleistete Hilfe für Friedenssicherung und UN Aktivitäten heben unseren Spendenanteil gewaltig an, und wenn man die privaten Spenden der US Bürger miteinrechnet, liegen wir schließlich weit voraus, und das schon seit Jahrzehnten. Die Verteilung von Nahrungsmitteln ist ein weltweites Problem, und wurde bereits vor langer Zeit als solches erkannt. Obwohl Fortschritte erzielt wurden, gibt es noch immer hungernde Menschen in der Welt. Die Bereitstellung von überschüssigen Nahrungsmitteln für hungernde Menschen ist nur eine Übergangslösung in Gegenden, wo es zu langfristiger Nahrungsmittelknappheit kommt. Biotechnologisch veränderte Pflanzen, die gegen Dürre und Insekten resistent sind, würden die Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern verringern. Diese Technologie mag für die österreichische Landwirtschaft nicht geeignet sein; in anderen Teilen der Welt kann sie Leben retten. Kurz gesagt, bleiben wir bei den Tatsachen. Der von der EU vorgeschlagene Kurs ist nicht nur protektionistisch und unwissenschaftlich - er ist auch kurzsichtig. Die dritte Welt kann sich nicht weiter entwickeln, ohne ihre Landwirtschaft zu verbessern. Auch der Landwirtschaftsminister von Burkina Faso hat sich vor kurzem zur Biotechnologie bekannt, und wird sogar eine Konferenz über die damit verbundenen Chancen für andere arme Länder Afrikas abhalten. Die Biotechnologie mag nicht das einzige Mittel zur Bekämpfung des Hungers in der dritten Welt sein. Im Moment jedoch ist sie die vielversprechendste Chance, die wir haben. Wenn uns andere, verbesserte Technologien zur Verfügung stehen, werden wir auch diese rasch umsetzen. Bis dahin können wir entweder die Vorteile der Biotechnologie diskutieren, während anderswo Menschen verhungern, oder konkrete Maßnahmen setzen, um ihnen zu helfen. Noch eine letzte Bemerkung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erst kürzlich die EU Kommission darauf hingewiesen, dass es keine wissenschaftlich fundierten Gründe dafür gibt, den Anbau bestimmter gentechnisch veränderter Organismen in Oberösterreich zu verbieten. e-mail: embassy@usembassy.at |
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